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Montag, 7. August 2017, 14:56

Wandfutter Abstand

Liebe Leute,
wie groß muß der Mindestabstand zweier Doppelwandfutter an der gleichen Essenseite zueinander sein? Ich möchte eines versetzen - geht leider nicht anders.
Vielen Dank!

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2

Montag, 7. August 2017, 15:18

Zitat

9.3.2 Abstände zwischen Feuerstättenanschlüssen
Gegenseitige Beeinflussungen von Feuerstätten sind zu vermeiden. Dies gilt als erfüllt, wenn die übereinander angeordneten Anschlüsse der Feuerstätten an den Abgasschacht einen Abstand von mindestens 0,6 m aufweisen oder die in gleicher Ebene um 90° versetzt angeordneten Anschlüsse mit einem Abstand von 0,3 m vorgesehen werden. Bei Verwendung von Anschlussformstücken von 45° kann auf das versetzte Anordnen verzichtet werden. Bei Überdruck-Betrieb mit Feuerstätten nach [1] ist ein Mindestabstand zwischen zwei Anschlüssen von 2,5 m erforderlich.
gilt für Luft-Abgas-Systeme nach DIN V 18160

Ansonsten gibt es keine Vorschrift. Zwischen Sohle und Einführung in den Schornstein werden 20 cm gefordert. Theoretisch kannst du einen Anschluss direkt über den anderen Einführen.

von nem
alten Meistergesellen

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »alter Meistergeselle« (7. August 2017, 15:38)


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3

Montag, 7. August 2017, 15:31





Zitat


Bei Überdruck-Betrieb mit Feuerstätten nach [1] ist ein Mindestabstand zwischen zwei Anschlüssen von 2,5 m erforderlich.


Sorry , aber bei Überdruckfeuerungsanlagen gibt es keine Doppelwandfutter . Siehe Fragestellung .

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4

Montag, 7. August 2017, 15:40

Hallo Scottkuli,

da warst du schneller als ich. Hatte es soeben korrigiert.

von nem
alten Meistergesellen

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5

Montag, 7. August 2017, 18:48

Danke schön

Vielen Dank für die Info, sehr lehrreich. Gibt es denn darüber hinaus prinzipiell eine Möglichkeit anstatt 3 Öfen an einem einzügigen Schornstein, einen weiteren anzuschließen (Altbau), also 4. Ich würde mit 3 Öfen hinkommen. ein 4. wäre aber komfortabler. Der Schornstein hat genug Kapazität.

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6

Montag, 7. August 2017, 20:21

Hallo Torsten,

jetzt wird es schwierig. Prinzipiell halte ich es für möglich mehr als 3 Feuerstätten an einen Schornstein anzuschließen.

Die Feuerungsverordnungen fordern allerdings, dass ein Nachweis erbracht werden muss, dass die Öfen unter allen möglichen Bedingungen sicher betrieben werden können. Der Nachweis erfolgt in der Regel durch eine Berechnung nach DIN EN 13384. Einige Kollegen beschränken allerdings die Zahl der Öfen auf 3.

Dies hat historische Ursachen und sollte im Vorfeld mit dem bevollmächtigten Schorni besprochen werden.

Welchen Querschnitt hat der Schornstein? Ist der gemauert? Welcher Stein, welche Wangenstärke? Wie weit verläuft der Schornstein im Kaltbereich (ungedämmter Dachboden, nicht beheizte Räume)? In welchen Geschossen stehen die Öfen?

von nem
alten Meistergesellen

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7

Montag, 7. August 2017, 20:33

Der Schornstein

Zum Schornstein. Dieser ist gemauert, gebrannte Ziegel. Wandstärke 12 cm. Querschnitt außen 80 cm auf 65 cm, also innen 56 cm auf rund 40 cm, Mauerwerk in exzellenten Zustand keine Versottung. Gesamthöhe knapp über 9 m, davon ca. 4 m Dachboden, kalt. Meine Wunschbelegung wäre: Ergeschoss Kaminofen 5 KW, OG 1 Badeofen 5 KW + Kaminofen Wohnzimmer 8 KW + Küchenherd 5 KW. Der Kaltbereich liese sich um 2,5 m verknappen, da hier noch ein isolierter Lagerraum entsteht.

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8

Montag, 7. August 2017, 20:54

Grob geschätzt würde ich mal behaupten, dass das funktionieren könnte. Wie gesagt muss man rechnen. Frag mal den Doc. Vielleicht hat der Bock drauf.

Ist das Bestandseigentum oder willst du umbauen? Der Schornstein ist nicht Feuerbeständig. Geforderte Mindestwangenstärke 24 cm statt der vorhandenen 12 cm! Da solltest du aus Brandschutzgründen eine Schornsteinsanierung in Erwägung ziehen.

von nem
alten Meistergesellen

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9

Montag, 7. August 2017, 21:04

Das Haus habe ich letztes Jahr gekauft. Der Schornstein wurde in den 60igern hochgezogen. Kaum benutzt. Sieht aus wie neu. Oben unterm Dachboden wurde ganz früher noch das Räuchergut reingehangen. Gekehrt wird vom Dachboden aus. Zwecks Brandschutz - ich habe hier 3 Paletten Promat stehen. Ummanteln könnte ich den Schornstein also komplett - wäre das praktikabel?

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Montag, 7. August 2017, 21:21

:thumbup: Sorry ... so geht dat net. Gefordert wird eine mindestens 24 cm im Mauerwerksverbund hergestellte Schornsteinwange. Die Dicke ist entscheidend, da die Baustoffe im Wesentliche ähnliche Eigenschaften besitzen.

Grundsätzlich hast du allerdings Bestandsschutz. Der Komplettheit halber daher der Hinweis. Aber je mehr außen drauf ist desto besser.

"Et hätt noch immer jut jegange."

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11

Montag, 7. August 2017, 21:36

Bestandschutz

Der Bestandsschutz gilt also auch wenn ich das Haus erst gekauft habe? Fällt also nicht beim Eigentümerwechsel weg? Führt das Versetzen eines Wandfutters zum Erlöschen des Schutzes?

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12

Montag, 7. August 2017, 21:40

Gebt mir mal bitte den Paragraphen mit dem Bestandschutz.
Und danach bitte die Adresse vom Weihnachtsmann.
das Gegenüber hat meist keine Ahnung um was es geht, will es nicht verstehen, ist definitiv DUMM oder hat eine blaue Latzhose an.

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13

Montag, 7. August 2017, 22:35

Tri Tra Trullala, Kasperle ist auch schon da ...

Der Schornstein hat eine Baugenehmigung. Damit ist er formal nach Baurecht genehmigt. Auch wenn er materiell Mängel hat. Da hat der alte BSM damals gepennt. Die Frage die sich jetzt stellt ist, ob du am Brandschutz Interesse hast oder nach der Kölner Regel verfahren willst.

Mich würde persönlich auch interessieren, warum für große Schornsteine eine 24er Wange gefordert wird. Die Regel ist halt schon uralt. Hab aber noch keinen Schornstein gesehen, der nach nem Schornsteinbrand gerissen oder zusammen gefallen wäre; allerdings bei kleinen Querschnitten schon. Das nur mal so am Rande.

Der Bestandsschutz gilt übrigens nicht nach Energieeinsparungsrecht. Die EnEV hat Anforderungen, die nach nem Eigentümerwechsel eingehalten werden müssen.

von nem
alten Meistergesellen

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14

Dienstag, 8. August 2017, 00:04

Die Leute von VW haben damals auch "gepennt", wieso haben den die ganzen damals genehmigten Diesel keinen "Bestandschutz" ;)

Bestandschutz isn Mythos den man sich abgewöhnen kann, is genauso viel Wert wie "Gewohnheitsrecht".

Wenn der Brandschutz durch diesen Schornstein gefährdet ist, wird dieser schlicht Still gelegt, sobald es jemandem auffällt.

Den "Rechtmäßig" zu gestalten kostet vill 20.000-30.000€ maximal, des is bei weitem kein Betrag wo man von "Unverhältnismäßig hohem Aufwand sprechen kann.

Und ansonsten, ich warte immer noch auf den Paragraphen samt Adresse :schorni:
das Gegenüber hat meist keine Ahnung um was es geht, will es nicht verstehen, ist definitiv DUMM oder hat eine blaue Latzhose an.

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15

Mittwoch, 9. August 2017, 06:42

Danke alter Meistergeselle,
hat mir sehr geholfen. Ich habe jetzt nochmal den Schornstein durch alle Klappen untersucht. In der unteren Hälfte ist er 24, die andere Hälfte 12. Brandschutz geht natürlich vor. Denkbar wäre es ja, dass man dann das obere Stück neu mit Ziegel mauert (dann sind wir bei 24). Wäre für mich handwerklich kein Problem. Ich vermute mal, dass dies kostengünstiger als eine Verrohrung für 4 Öfen wäre.

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16

Mittwoch, 9. August 2017, 08:28

Und so fix sind Probleme erledigt, und dafür reißt sich keiner n Bein aus.
Und da redet jemand von "Bestandschutz" :thumbsup:
das Gegenüber hat meist keine Ahnung um was es geht, will es nicht verstehen, ist definitiv DUMM oder hat eine blaue Latzhose an.

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Mittwoch, 9. August 2017, 13:33

Da ich ja auch jeden Tag noch dazulerne (manchsmal auch noch NACHTS) würde mich interessieren, WO das steht dass ein Schornstein JETZT 24cm gemauerte Wandstärke haben MUSS???

Einsteinigstarke (so "stark wie Einstein"?) Schornhsteine sind zu tausenden überall in Betrieb und da hat sich überhaupt nichts geändert und die WERDEN auch nicht geändert! Wozu? Auf welcher Rechtsgrundlage? Zu welchem Zweck ?

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18

Mittwoch, 9. August 2017, 18:59

Zitat

DIN V 18160
7.1 Schornsteine aus Mauerwerk
Zur Herstellung des Mauerwerks dürfen verwendet werden:
- Mauerziegel nach DIN 105-1 und DIN 105-3 außer Hochlochziegel B und C;
- Kalksand-Vollsteine nach DIN 106-1;
- Hütten-Vollsteine nach DIN 398.
Die Schornsteine sind in fachgerechtem Verband zu mauern; Zungen müssen eingebunden sein. Die Mauersteine sind an den Schornsteininnenflächen bündig zu legen. Zum Vermauern ist Mörtel der Gruppe M 2,5 nach DIN EN 998-2 zu verwenden. Die Wangendicke muss mindestens 11,5 cm, bei lichten Querschnitten von mehr als 400 cm2 mindestens 24 cm betragen; Zungen müssen mindestens 11,5 cm dick sein. Zur Herstellung von runden Öffnungen, insbesondere von Anschlussöffnungen, sind Doppelwandfutter oder Rohrhülsen ringsum dicht in den Schornstein einzusetzen. Im Übrigen gilt DIN V ENV 1991-1-1 sinngemäß.

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